Sonntag, 13. Oktober 2019


Der viel zu heiße und dürre Sommer neigt sich seinem Ende, so wie alles endlich auf dieser verworren grotesk irrwitzig kalten Welt ist und sich seinem Ende neigt, unendlich jedoch ist und bleibt die Kälte, der Neid, die Missgunst, der Hass, die Unfreundlichkeit, die Gier und der Egoismus unter den Menschen, die zusehends zu unserem Alltag geworden sind. Ich erkenne diese Welt nicht wieder, Philipp. 
    Ich stehe hier unter einem Herbstbaum, der von eisig rauen Nordwinden geschüttelt und gepeinigt wird und golden schimmernde Blätter auf mich herabregnen lässt.. ein sanfter golden herbstlicher Schlummer... Einen tiefen Atemzug nehmend, richte ich meinen Blick gen Horizont und lasse dunkle schwere Wolken, die von hauch feinen hellen, spinnwebenartigen Marmorierungen verziert und durchwoben an meinen Blickfeld entlang schweben und ich nicht wirklich glauben kann, dass so kolossal düstere, schwere, große Wolken die Unendlichkeit des Himmels zur Heimat ihrer Freiheit erkoren haben; indessen ich hier an Dich denkend , mich in Gedanken verlierend im Blätterregen unter diesem Baum auf einem kleinen Fleckchen Erde stehend meine Seele verweilen sehe..ich wünschte, Du könntest mich jetzt hören, Philipp...ich zähle Sekunden, Minuten, die zu Stunden, zu Tagen, zu Jahren werden und sich ihrem Ende neigen und ein kaum merklich heiteres Lächeln um meine Mundwinkel herum lässt mich vermuten, dass ich diese Zählerei liebgewonnen habe...ich, die niemals den Sinn von Ziffern und Zahlen je zu ergründen in der Lage gewesen wäre. Du müsstest mich sehen, nun, lieber Philipp...und ich zähle...eins, zwei, drei...

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